Südtirol – In Memoriam Sandro Canestrini: Ein treuer und lieber Freund ist von uns gegangen – di Roland Lang

Sandro Canestrini

Si è spento l’avvocato Sandro Canestrini, classe 1922,  membro della resistenza durante la seconda guerra mondiale.

Fino agli anni ’80 è stato anche consigliere comunale e regionale per il P.C.I. e la Nuova Sinistra – Neue Linke, coniugando impegno politico con impegno professionale.

Presidente onorario del Movimento Nonviolento per la Pace, nel 1992 è stato nominato Trentino dell’anno per “essersi distinto per impegno, intelligenza, iniziativa e professionalità, a livello nazionale e internazionale, alla valorizzazione e allo sviluppo del territorio trentino”.

Nel 1993 è stato insignito dell’Ehrenkranz (“ghirlanda d’onore”) dello Südtiroler Schützenbund per la difesa dei diritti civili democratici; nel 2003 gli è stata conferita la cittadinanza onoraria di Erto e Casso perché “con grandissimo impegno e indiscussa capacità ha difeso la Comunità (…) nel disastro del Vajont”.

Nel 2006 è stato insignito della Croce al merito del Tirolo per il suo impegno fattivo per i diritti umani.

Lo ricorda Roland Lang, Obmann des Südtiroler Heimatbundes

 

Es schmerzt alle patriotischen Kräfte, besonders aber die noch lebenden ehemaligen politischen Südtiroler Häftlinge der Sechzigerjahre, die das Glück hatten, ihn persönlich kennen zu dürfen, dass Sandro Canestrini diese Welt mit der Ewigkeit vertauschen musste, so Roland Lang, Obmann des Südtiroler Heimatbundes, in seiner Aussendung.

Er war eine vornehme Erscheinung, ein herausragender Intellektueller, ein brillanter Jurist, vor allem aber ein unermüdlicher Kämpfer für Gerechtigkeit und die Achtung der Menschenrechte.

Sein Gegner auf diesen Schlachtfeldern des Geistes war – wie konnte es anders ein – häufig der Staat.

Unterdrückung und Fremdbestimmung

Der 1922 geborene Roveretaner lehnte den Faschismus und den Nationalsozialismus aus tiefster Überzeugung ab. Während des Zweiten Weltkrieges war er Mitglied einer kommunistisch ausgerichteten Trentiner Partisanengruppe. Was ihn von manchen Mitkämpfern unterschied, war, dass er den Kampf gegen Fremdbestimmung und Unterdrückung nie mit Feindschaft gegen die Deutschen verband. So war ihm auch nach dem Krieg jegliche Hetze gegen die deutschen Südtiroler ein Gräuel.

Nach dem Kriege zunächst KPI-Gemeinderats- und Regionalratsabgeordneter, musste er in der Folge erkennen, dass die Ideologie des Kommunismus eine demokratische Entwicklung nicht zuließ. Da sein Gewissen ihm den geraden Weg vorschrieb und er mit seiner Kritik nicht hinter dem Berg hielt, wurde er nicht mehr zur Kandidatur aufgestellt.

Der Rechtsanwalt Sandro Canestrini stand in den folgenden Jahren haushoch über den Ideologien. In seiner langen und ruhmreichen Anwaltslaufbahn verteidigte und vertrat er die Schwachen, die Verfolgten – ohne die lächerliche Figur eines verbohrten Eiferers abzugeben. Zu seinen Schutzbefohlenen gehörten die Opfer der Mafia ebenso wie die Wehrdienstverweigerer aus Gewissensgründen, die Opfer von Spekulanten, die Überlebenden faschistischer und nazistischer Konzentrationslager, die inhaftierten Südtiroler Freiheitskämpfer und immer wieder die Verfolgten wegen des Rechtes auf freier Meinungsäußerung.

Eintreten für die Gefolterten und Verfolgten

Noch als Abgeordneter hatte er im Regionalrat in Trient Briefe gefolterter Südtiroler Häftlinge verlesen und damit den geballten Zorn italienischer Nationalisten auf sich gezogen.

1963 stellte er als Anwalt der gefolterten Südtiroler Häftlinge im Trienter Carabinieriprozess die Vertuschungs-Praktiken des Staates, der Carabinieri und der Gerichtsbehörden an den Pranger und erklärte im Gerichtssaal, dass das Dulden der Tortur jenem rassistischen Denken entspringe, aus welchem einst der Faschismus und der Nationalsozialismus entstanden seien.

Ebenso unerschrocken, mutig und mit Überzeugung verteidigte Canestrini im großen Mailänder Südtirolprozess die angeklagten Südtiroler Freiheitskämpfer.

In späteren Jahren wurde Sandro Canestrini auch zum persönlichen engen Freund ehemaliger Freiheitskämpfer, wie etwa dem ehem. Bundesobmann des Südtiroler Heimatbundes Hans Stieler, und er erhob seine Stimme in der Öffentlichkeit, wenn es um Grundsätzliches ging, sei es auf einer antifaschistischen Kundgebung des Südtiroler Schützenbundes, sei es in Leserbriefen gegen die Beibehaltung der faschistischen Tolomei-Ortsnamen.

Verdiente Anerkennung

1993 ehrte ihn der Südtiroler Schützenbund mit dem „Ehrenkranz“ für die „Verteidigung der demokratischen Bürgerrechte“ und 2006 wurde ihm für seinen „tätigen Einsatz um die Menschenrechte“ das „Verdienstkreuz des Landes Tirol“mit folgender Begründung verliehen:

… er hat die Freiheitskämpfer Südtirols seit 1956 verteidigt, er vertrat die gefolterten Südtiroler in Trient, er war Rechtsanwalt der Kriegsdienstverweigerer Italiens und der Slowenen Triests. Immer stand er auf der Seite der Minderheiten und Ausgegrenzten …“

„Ich habe für die Freiheit, Brüderlichkeit und Gerechtigkeit gekämpft“

Als ihm durch die Nordtiroler Landesregierung die Ehrung mitgeteilt und er zur Verleihung eingeladen wurde, schrieb Sandro Canestrini zurück, dass er die Ehrung aus vollem Herzen annehme:

„Die höchste Auszeichnung, die mir verliehen wurde, das Verdienstkreuz, erfüllt mich mit lebhafter Freude und erweckt in mir wieder viele Erinnerungen. Es hat mir große Freude bereitet, dass das Land Tirol daran gedacht hat, einen Welschtiroler, einen Italiener, auszuzeichnen.Ich habe immer darauf gehofft, in einer Welt ohne politische Prozesse und ohne Folter zu leben, in welcher jeder das Recht hat, seine eigene Meinung zu sagen, ohne den Kerker fürchten zu müssen. Ich kann nun die Schlussfolgerungen aus meiner Tätigkeit und aus meinem Leben ziehen. Während meines ganzen Lebens habe ich für die Freiheit gekämpft, für die Brüderlichkeit und für die Gerechtigkeit – zum Teil in Gesellschaft anderer, zum Teil allein. Ich denke, dass die Zukunft Tirols so sein sollte, dass sie ein arbeitsames und ausgeglichenes Leben für alle Bürger ermöglicht. Die Anliegen der Gerechtigkeit sollen erfüllt werden ohne jene Diskriminierungen, die es seit 1918 zwischen den Bürgern italienischer und deutscher Zunge gegeben hat. Ich schließe mit der Hoffnung, dass diese meine Auszeichnung auch von jenen jungen Anwälten, die nun ihren Berufsweg beginnen, als Botschaft verstanden wird: Es ist gut, zu arbeiten, aber vor allem ist es wichtig, Ideale zu haben!“

Diese Botschaft hat Canestrini auch immer wieder jungen Leuten nahe zu bringen versucht.

„Für mich“,so hat er im Jahre 2009 vor einer studentischen Versammlung in Montichiari erklärt, „stellt der Beruf des Advokaten eine Mission dar, einen kämpferischen Auftrag gegen die Macht.“

Unser treuer Welschtiroler und Südtiroler Landsmann Sandro Canestrini hat Zeit seines Lebens alles getan, um einer gerechteren Welt einen Schritt näher zu kommen. Wenn wir für Freiheit, Toleranz und Selbstbestimmung eintreten, so handeln wir auf einer Linie, die zu ziehen er geholfen hat. Auf Wiedersehen, lieber Avvocato!

 Unser Mitgefühlt gilt seiner Familie, er selbst wird immer in unseren Herzen sein.

Roland Lang

Obmann des Südtiroler Heimatbundes

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